Nu aber

„Willst du gar nicht Bescheid sagen?“, fragte der Kapitän yesterlich.
Ähm, ja. Hm, ich weiß nicht. Oder doch?
Also: Bescheid.

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Schwules, Schweres, Leichtes

Der Nachbar behauptet seit geraumer Zeit, dass der kleine Herr Pfau schwul ist. „Der tut sich immer so“, war seine Begründung, die er durch arg feminine Gesten unterstrich. Soweit, so gut. Ich muss ja nicht allen und jedem Folgen können. Nachdem der kleine Herr Pfau sich aber in sein eigenes Spiegelbild verliebte, vor seiner Spiegelung in der Terrassentür einen radschlagenden Pfauenbalztanz hinlegte, und versuchte in der Morgendämmerung eben diese Spiegelung zu küssen, wobei der Kapitän sich fragte, wer wohl so früh an der Terrassentür klopft, glaube ich, dass der Nachbar so unrecht nicht hat. Sachen gibt’s …

 

Ich grüble über das Gespräch von vorgestern nach. Informativ war es, ja. Aber immer Gott und Jesus ins Gespräch zu involvieren, war für mich heidnischen Menschen befremdlich. Schauen wir mal …

 

Des Kapitäns Druckerwalze hat sich aufgelöst. Angedacht war, nun den alten Tintenstrahler zu reanimieren. Was ich erst selbst vorschlug, revidierte ich heute.

„übrigens musst du dir doch einen neuen Laserdrucker kaufen.“

„Warum?“

„Weil ich einen brauche.“

„Okay.“

Wenn nur alles immer so einfach wär.

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Der Weg ist das Ziel

Das Leben ist kein in ein wunderschönes Federkleid gekleideter Pfau. Das weiß ich, das wisst ihr da draußen. Leben kann ein Arschloch sein, ein Riesenarsch sogar. Und auch wenn es hier letztzeitig eher seicht zugeht, so hat Frau Schlau nichts von ihren alten Gedanken und ihrem Tiefgrund verloren. Es gibt eben Dinge, die brauchen eine gewisse Reifezeit.
Vom ersten Gedanken bis zur Umsetzung hat es diesbezüglich dreieinhalb Jahre gebraucht. Erste Erfahrungen zwischenzeitlich haben mich gelehrt, dass mir das Thema zwar nach wie vor Angst macht, ich es aber aushalten kann und ich … wie der Kapitän immer sagt … viel zu geben habe. Dies Jahr wird es nichts mehr, man bekommt den Herbstkurs nicht voll, aber im nächsten Frühjahr dann. Und bis dahin könne ich schon mal dabei sein, mich in die Gruppe derer integrieren, die versuchen zu enttabuisieren und die da sind, wenn das kommt, was jeden von uns irgendwann heimsucht.
Immer wieder muss ich an den pensionierten Lehrer denken, wie er stumm in der Ecke saß auf seinem Stuhl. Er sagte nichts, war einfach nur da. Zwei Stunden nur hatte er Zeit, aber er blieb bis zum bitteren Ende. Ich muss an die Wärme denken, die er in seinem einfachen und stummen Dasein ausstrahlte, an seine Tränen und an seine offenen Worte zum Abschied. Die einzigen Worte, die er in den gut fünf Stunden gesprochen hatte.
Irgendwann vielleicht werde nun ich auf seinem Stuhl in der Ecke sitzen, nur da sein und das aushalten, was so schwer auszuhalten ist.
Übermorgen treffen wir uns, die Dame vom ortsansässigen Hospizdienst und ich, auf einen Cappuccino in einem Café, um über das für viele Unaussprechliche zu reden, als sei es das normalste auf der Welt. Als? Nein, es ist das Normalste auf der Welt, weil es zum Leben gehört wie die Geburt, nur weit weniger Willkommen ist.
Das mag sich ambivalent anhören, weil ich mit häuslicher Pflege „durch“ bin, den Gedanken daran allein nicht aushalten kann, aber das ist etwas Anderes. Es passiert nicht in meinen eigenen vier Wänden, es beinhaltet keine pflegerischen Tätigkeiten. Es heißt nicht „eingesperrt“ zu sein. Es bedeutet nicht 24/7 alle Antennen ausgefahren haben müssen. Das hatte ich und mit viereinhalb Jahren Schwerstpflege, habe ich mein „Soll“ mehr als erfüllt. Das mag nun hart anmuten, ist es aber nicht, weil es damals richtig war und ich nichts bereue. Und nur, weil ich es zu Hause nicht mehr kann, heißt es nicht, dass ich generell vor dem Leben und seinen Arschigkeiten die Augen verschließe. Mitnichten bedeutet es das … Das Gegenteil ist der Fall.

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Foto Nummer 151

„Einhundertundfünfzig Mal habe ich ins Leere geknipst, um den Pfau einmal einigermaßen im Flug zu erwischen. Hier, bitte …“, sprach der Kapitän grinsend, als er mir die Speicherkarte seiner Kamera reichte.
Es brauchte langen Atem. Gestern kam das Tier dabei fast unter die Räder. Die Dame, in deren Windschutzscheibe er zu fliegen drohte hatte sicher BumBumHerz. Ich zumindest wäre zu Tode erschrocken, wenn da von links ein dermaßen riesiger Schatten auftaucht. Heute hatte der Hero of the Day dann Glück. Regungslos stand er auf Warteposition … es ist immer dasselbe Schauspiel. Der Pfau ruft laut und kündigt damit sein Vorhaben somit an, während er auf einen der kleinen Bäume flattert, von dem zum nächst höheren, zum nächst höheren, zum nächst höheren, um dort einige Minuten auf dem Ast hin und her zu wandern und et voilà:

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Engelsgleich … und nein, das ist keine Übertreibung … schwebt er, nachdem er sich vom Ast abgestoßen hat, über den Graben gen Erde. Die Straße vor dem Schlossgraben als Landebahn nutzend. Zu schön dies Schauspiel. Immer wieder beeindruckend zu sehen. Berührend … Ich glaube Demut ist der richtige Begriff hierfür. Ja, Demut kommt auf, wenn ich das Tier beobachte.

Den geneigten Leser mag mein Ausflug in die Ornithologie nerven, mich aber fasziniert der Pfau – vor allem fliegend – einfach nur. So groß, so stolz, so edel. Wie kann ein Tier der Größe und mit so (zum Fliegen) ungünstigen Proportionen sich überhaupt in die Lüfte erheben?

Und weitere Fragen habe ich zu den Pfauen. Warum hupen die Hennen, wenn sie über die Straße laufen? Warum hält der Nachbar Pfau Nummero drei (den kleinsten Hahn) für schwul? (Der hat sich heute übrigens darüber beschwert, dass er sich eine größere Schaufel zum Abäppeln besorgen muss für die Hinterlassenschaffen der gefiederten Freunde, weil seine zu klein ist dafür. Pfauenhaufen sind echt groß!) Und damit reiche ich die letzte Frage vom Nachbarn weiter: „Kann man die essen, und wenn ja, wie schmecken die wohl?“ Ich glaube, meine Androhung von Repressalien (sein Leib und Leben betreffend) hat er verstanden …

Am Ende sei gesagt, dass alle Beschwerden über nervige Pfaueneinträge bitte an den Kapitän zu richten sind. Er hat Schuld! Warum? Weil er den Specht anfüttern wollte, was er geschafft hat, plus zehn Pfauen.

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Vorhin im TV

So schöne Bilder, die dem Original aber letztendlich doch hinterherhinken. Irgendwie.

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„Besondere Menschen“, stand im Teletext zu lesen, und das stimmt. Nirgends sind mir so freundliche Leute untergekommen, wie hier in Angeln.
Vielleicht ist es die Schönheit der Gegend, die die Menschen freundlich sein lässt. Vielleicht ist es aber auch ein eigenes Volk. Wie der Dithmarscher Kohlkopf beispielsweise, der ja bekanntermaßen das krasse Gegenteil zum Kappelaner ist. Gut, Dithmarschen selbst ist auch alles, aber nicht schön. Womit sich meine These als gar nicht so dumm erweist.
Aber zurück zum Fernsehbericht über Deutschlands längsten „Fjord“ (der genaugenommen gar keiner ist … aber das ist egal). Der „einmaligen Landschaft“. Das Fernsehen kann, und sei die Kameraführung noch so gut, nicht erkennen lassen, was das Auge sieht, was Herz und Seele zu berühren weiß, und die fünfzehnminütige Dokumentation war auch weniger als nur kurz. Viel zu kurz.
Jeden Tag bin ich am Hafen. Wir sind uns uneins, der Kapitän und ich. Er hat die Ostsee vor der Nase und findet die Schlei schöner, ich habe die Schlei und denke, dass ich bei ihm, am offenen Meer, besser atmen kann. Luxusprobleme. Jammern auf allerhöchstem Niveau, denn egal ob Ostsee oder Schlei, hier ist alles schön.
Die im Bericht interviewte Gattin eines Arnisser Bootsbauern sagte es, wie der Kapitän es auch schon mehrfach sagte: „Hier wechselt die Farbe des Himmels minütlich.“
Und das ist auch so. Alles leuchtet noch ein Bisschen farbenfroher und all diese kleinen reetgedeckten Fischerhäuser … das Wasser, das immer zu hörende Geschrei der Möwen. Das Ächsen, Dampfen und Tuten der alten Museumsbahn. Die Nebelhörner und -glocken. Hier leben heißt in der Tat rund um die Uhr Urlaubsfeeling zu verspüren und gerade eben, da beneide ich mich selbst darum, hier sein zu dürfen.

„Mein“ Hafen gestern Abend:

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Von kleinen Sünden und der ungerechten Strafe

Zugegeben: Der Ausflug ins Rapsfeld war so etwas wie illegal. Der Baron von und zu Schlossgraben bewacht seine Gelbflächen mit Argusaugen. Aus Angst um seine Pflanzen. Der Kapitän und sein Nachbar Böse Zungen behaupten sogar, dass der Blaublütige bei den täglichen Ausflügen über seine Felder nicht nur so nach dem Rechten schaut, sondern jede einzelne Dolde seiner gelbblühenden Pflanzen zählt. Glücklicherweise wurde ich nicht erwischt, und doch folgte die Strafe auf dem Fuß. Keine halbe Stunde später öffneten alle Kopföffnungen ihre Schleusen und es lief und lief und lief. Und … lief! Verdächtigte ich erst die Arschlochhaselnuss, erkannte ich spätestens beim Blick in den Pollenflugkalender, dass die Dame unschuldig ist und ich mir wohl neue Allergien aneignete. Ich tippe mal ganz grob auf … ähm … Raps?!

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Fast ohne Worte

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Der Pfau im Futterhaus

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Wenn das Vogelfutter nicht zum Pfau kommt, kommt der Pfau eben zum Vogelfutter. Das Häuschen ist definitiv zu niedrig, oder das Tier zu groß. Was auch immer, der Pfau jedenfalls, der ist schlichtweg kackenfrech!

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Nicht schon wieder Pfaue …

… ich schwöre, mein Augenmerk lag einzig und allein auf dem Raps!

Ich kann ja nun echt nichts dafür, dass das Tier sich immer ins Bild drängelt.

Respektlos, sag ich euch. Es stört ihn mittlerweile nicht mal mehr, ob da Menschen um ihn herum sind, oder nicht. Als ich ihm zum Komposthaufen folgte (er rief seit über einer Stunde nach seinen Mädels und sah mich dabei immer wieder strafend an. Mein „Mach mich nicht an, ich kann nichts dafür, wenn du deine Hennen nicht im Griff hast“ ignorierte er mit weiteren Rufen), von wo aus er meinte besser den Raps überblicken zu können und eine seiner Damen zu erspähen hoffte, drängelte er sich auf dem Rückweg an mir vorbei. Inklusive Körperkontakt. Angst? Fehlanzeige.


Es ist Touriezeit, was man an all den ortsfremden Nummerschildern unschwer erkennen kann. Der Pfau lief auf der Straße umher, noch immer seinen Harem rufend, und störte sich nicht an fahrenden Autos. Ortsansässig, oder nicht, ist ihm egal, die Straße neben dem Schlossgraben ist seine. Die Autos hielten und ich erkannte weit offenstehende Münder. Ein Hamburger bliebt gute zehn Minuten länger mitten auf der Straße stehen, als er gemusst hätte. Die Kinnlade dabei auf dem Lenkrad geparkt. Auf seinen Gesichtsausdruck schließend, hat der Großstädter dabei eine Rund-SMS an sein Telefonbuch geschickt und von der Sichtung Außerirdischer berichtet. Oder so.
Die Mutter der das-ist-nur-unser-Wochenendehaus-in-echt-leben-wir-im-nächsten-Bundesland-Nachbarn stand im Garten und sprach mich tonlos an, was sie aussehen ließ wie Herr Forelle mit ohne Wasser.
„Sie können ruhig normal reden, das stört den Herrn in Blau nicht.“
Ihr „echt nicht?“ war nach wie vor nur von den Lippen abzulesen. Irgendwann fand sie ihre Stimme wieder: „Gehört der hierher?“ Ich antwortete nach bestem Wissen und Gewissen: „Gehören alle dem Baronen von und zu Schlossgraben und es sind nach letzter Zählung drei Hähne und sieben Hennen. Noch …“
Wieder auf Teresien angekommen, hatte el Capitano seine Siesta beendet und Kaffee bereitet.
„Oh, guck mal. Ein … äh … Windsurfer.“
„Was?“
„Na, son Fallschirm-wird-vom-Boot-gezogen-Dingens, guck doch. Wie heißen die denn noch, Mensch.“


Kitesurfer … ich kam nicht auf Kitesurfer. Denn wenn man nun vom Haus aus das Meer sehen will, stellt man fest – Raps zu hoch, und man muss in den ersten Stock gehen. Aber die Kitesurfer weisen den Weg. Luxusprobleme.
Ich bin nun gespannt, wann das alljährliche Touries-in-die-falsche-Richtung-schicken anfängt. Darauf freue ich mich echt!

Last but not least … Bilder mit Raps und mit ohne Pfau. Ich sagte doch, ich schwöre, dass das mein Wunschmotiv heuer war.

 

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Petergogisch wertvoll und doch nichts gespart

Heute in der Butieke (ich weiß, wie man das richtig schreibt!). Mutter, Vater, Kind. Kind (Tochter, 14jahre) steht vor den Ballkleidern und sabbert. Die Frage der Verkäuferin, ob sie helfen könne, wird vom Vater beinahe barsch verneint. Nichtsdestotrotz verschwindet Kind mit einem Ballkleid in Pink, bestickt mit Strasssteinen, in der Umkleide und tritt ca. drei Minuten später wieder aus dieser heraus. Bei sich trägt Kind die ultimative Töchtergeheimwaffe, den sogenannten oder auch Bonscherblick und die Worte „Bitte, Papi“ verlassen ihren Mund. Papi verneint mit dem Beisatz, dass er nun lieber Frühstücken gehen würde. Mutter ist derweil entzückt vom Kind. 

„Bitte, Papi“ wird vier bis fünfmal wiederholt. Papi aber bleibt eisern. Mutter ist noch immer entzückt, während Vati nun wissen mag, wofür Kind, deren Bonscherblick mittlerweile in der Lage ist Karies zu verursachen, pinkendes Kleidungsstück haben möchte. So recht fällt Kind nichts ein, außer der in zwei Jahren und etwas vorgesehene Schulabschlussball. Vati erweicht scheinbar und reicht dem Kinde sein Portemonaiee. „Wenn du genügend Geld findest, kannst du es kaufen“, sagt er nun, nachdem bei der Verkäuferin den Preis erfragte. Einen kurzen Blick später schaut Kind lächelnd auf: „reicht!“ Gedenkpause, Bonscherblick nachzuckern: „Bitte, Papi …“

Papi legt seine Hände hinter seinem Rücken zusammen und zieht langsam Kreise um die in der Butiekenmitte stehenden Aufsteller, räuspert sich und beginnt die erworbene Weisheit von ca. fünfzig Lebensjahren in den Raum zu werfen: „entscheide das allein.“ Mutter guckt auf Vater, Kind schaut zwischen Mutter und Vater hin und her, bleibt dann an Mutters Antlitz hängen und sagt: „du musst mir helfen bei der Entscheidung.“ Vaters Blick in Mutters Richtung verheißt jedoch stillschweigen. Zehn Minuten später liegt das Ballkleid auf dem Kassentresen, Tochter zieht aus Vaters Portemonaiee einen nicht unerheblichen Betrag, Mutter droht leise, dass Kind unbekleidet zum Schulball gehen muss, wenn sie bis dahin nicht mehr ins Pinkende passen würde, Vaters Magen knurrt unüberhörbar und ich denke: „Pädagoge“

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